Höre Deutschland – Wir schaffen uns nicht ab
Höre
         Deutschland
© 2011 by Universitas Verlag, ISBN 978-3-8004-1500-7
Klaus Rainer Röhl ist wieder auf dem Buchmarkt und im Internet aktiv. Röhl, wahrscheinlich einer der umstrittensten Schreiber Deutschlands, von der „Welt am Sonntag“ als Tucholsky dieser Republik bezeichnet, hatte einen ziemlich aufregenden Lebenslauf. Als Kind Hitlerjunge, wurde er als Student Mitglied der illegalen KPD und nach dem Bruch mit den Kommunisten legendärer Herausgeber der Zeitschrift konkret, dem Spiegel und Lieblingsblatt der 68er, war Ehemann von Ulrike Meinhof und wurde später erbitterter Gegner der sogenannten RAF und wendete sich schließlich gegen alle sozialistischen Experimente, machte noch mit 63 Jahren seinen Doktor bei Ernst Nolte und schrieb eine Reihe von Büchern über die Linke und ihre „Lebenslügen".
    Seine These: Linkssein ist ein Mangel an Informationen. Links ist dumm.
    Einem breiteren Publikum wurde Röhl durch seine Kolumne „Moment mal!“ in der „Welt am Sonntag“ bekannt, die Kolumnen des heute 82-jährigen erscheinen jetzt in der „Preußischen Allgemeinen Zeitung“ und erfreuen sich großer Beliebtheit, bei den Lesern und vor allem bei jungen Nutzern von Internet-Blogs.
    In seinem neuen Buch macht Röhl, Danziger wie sein Schulkamerad Grass, nach einem umfangreichen Rundumschlag gegen dumme Linke, klammheimliche Terroristen-Freunde und auf beiden Augen blinde „Gutmenschen“, sich daran, den durch gezielte Mißverständnisse seiner geradezu auf den Kopf gestellten Thilo Sarrazin wieder „auf die Füße zu stellen“. Zitat Röhl: „Thilo Sarrazin hat sein Buch ,Deutschland schafft sich ab’ nicht geschrieben, um mehr Geld und Deutschunterricht für Türkenkinder zu fordern, sondern um auf die verheerenden Folgen der von der Mehrheit der Deutschen nicht erwünschten Zwangseinwanderung von 4 Millionen Muslimen, verniedlichend ,Migranten’ geannt, hinzuweisen. Weiß Röhl, seit 1993 Mitglied der FDP, eventuell mehr, als er schreibt? Er prophezeit jedenfalls, dass die neue rechtsliberale „Sarrazin-Partei“ bereits geplant ist. Etwaige Dementis würde Röhl nur als Bestätigung ansehen. Selbst die Zusammensetzung eines zukünftigen Kabinetts sagt Röhl voraus. In ihm würden alle tätig, die in den letzten Jahren von Angela Merkel aus der Politik gedrängt wurden wie Karl-Theodor zu Guttenberg und Thilo Sarrazin selbst, „ein idealer Innenminister, selbst wenn er sein Leben lang SPD-Mitglied bleiben wollte“. Die Diskussion in Facebook und anderen Internet-Foren war bereits in vollem Gange, bevor Röhls Buch erschienen ist.
Mein langer Marsch durch die Illusionen – Leben mit Hitler, der KPD, den 68ern, der RAF und Ulrike Meinhof
Mein langer Marsch durch die Illusionen
© 2009 by Universitas Verlag, ISBN 978-3-8004-1484-0
Klaus Rainer Röhl, Jahrgang 1928, wohl einer der interessantesten noch lebenden Vertreter der "Flakhelfer-Generation", legt zu seinem achtzigsten Geburtstag seine "endgültige" Lebensgeschichte vor. Als ein wahrer Simplizius Simplizissimus des 20. Jahrhunderts wuchs er auf unter Hitler und entkam allen Gefährdungen und Nachstellungen der "großen Zeit". Er entzog sich, anders als sein Danziger Mitschüler Günter Grass, auch der "Einberufung" zur Waffen-SS und fand sich nach Kriegsende allein in einem winzigen Dorf in Niedersachsen wieder.
    Nach dem Abitur gründete er mit seinem Freund Peter Rühmkorf ein Kabarett gegen den Krieg, einen Jazz- und Lyrikkeller, das Wolfgang-Borchert-Theater und den Kurt-Tucholsky-Kreis. Aus dieser linken Ursuppe ging am Ende jene Studentenzeitschrift hervor, die bis heute mit dem Namen Röhl verbunden bleibt: konkret. Den Einflüsterungen der Hamburger Kommunisten widerstand er zunächst, aber nach dem Verbot der KPD wurde er Mitglied, ohne sein Parteibuch je gesehen zu haben. Um so effizienter erwies sich sein Einsatz für "die Sache", bei dem er Unterstützung fand durch seine spätere Ehefrau, Ulrike Meinhof.
    Der Frieden mit dem "Friedenslager" dauerte indes nicht lange, und im Frühjahr 1964 kam es zum Bruch der gesamten konkret-Gruppe mit der KPD. Das Blatt wurde selbstständig und bald die erfolgreichste Zeitung der Linken überhaupt. Mit dem späteren SPIEGEL-Chef Stefan Aust als einzigem Mitarbeiter begann der Traumtänzer und immer noch romantische Held ab 1967 seinen folgenschweren Flirt mit den Rebellen der APO, die später die 68er genannt wurden. Er befreundete sich mit Rudi Dutschke, ebenso wie mit Inge Feltrinelli und fand als Vertreter des linken Establishments Gefallen an dem bunten Treiben in Kampen.
    Als Chefredakteur von konkret aber machte er sich neue Feinde durch einen Feldzug gegen die "drei Nachgeburten von 68": die Verharmlosung von Drogen, die militante Frauenbewegung und den Terrorismus. Vor allem durch sein radikales Auftreten gegen die zunehmende Propagierung der Gewalt geriet er in das Visier der Täter, als deren Anführerin Ulrike Meinhof, seine eigene Frau und Mutter seiner Töchter, schließlich die sogenannte "Rote Armee Fraktion" gründete – Zeit für einen selbstkritischen Rückblick mit "Fünf Finger sind keine Faust". Dadurch war Röhl endgültig zum Buhmann der Linken geworden und Ziel mehrerer Gewaltanschläge.
    Damals endete, wie er es heute nennt, sein "langer Marsch durch die Illusionen". Nach der Zerstörung seines Verlages durch die ehemaligen Genossen, dem Ende seiner Ehe und der Eskalation der Gewalt wurde der "sozialistische Zauberlehrling" immer nachdenklicher und wandte sich zunehmend vehement gegen die Geister, die er einst selbst gerufen hatte – kämpferisch, wie eh und je und mit unglaublich jung gebliebener (selbst)ironischer Feder.
Die letzten Tage der Republik von Weimar
Die letzten Tage der Republik von Weimar
© 2008 by Universitas Verlag, ISBN 978-3-8004-1479-6
Josef Goebbels und Walter Ulbricht zogen im Hintergrund die Fäden. Nationalsozialisten und Kommunisten arbeiteten in der letzten Phase der Weimarer Republik massiv zusammen. Beim Streik der Berliner Verkehrsbetriebe, der am 3. November 1932 begann und das gesamte Verkehrssystem der Reichshauptstadt lahmlegte. Unmittelbar vor der letzten uneingeschränkt freien Reichstagswahl.
    Beide Parteiführungen hatten schon zuvor ein Konzept entwickelt, das eine verstärkte Agitation, Wahlpropaganda, aber auch Mitgliederwerbung unter den Anhängern des jeweiligen Gegners vorsah. Dieses Bemühen war weitgehend durch die beiden Ideologien von der Einheit der Arbeiterklasse auf der einen und die der Volksgemeinschaft auf der anderen Seite gedeckt und in die Taktik der Parteien integriert.
    Seit den Juliwahlen von 1932 hatte im Reichstag ein rot/braune Mehrheit bestanden, doch ein Bündnis der Radikalen war bisher jedermann undenkbar erschienen. Nun wurde es, wenn auch nur im Berline Verkehrsstreik, für einige Tage Wirklichkeit. Für fünf Tage standen die bisherigen Gegner, scheinbar, an einem Scheideweg. Für kurze Zeit tauchte die Vision von einem Waffenstillstand, einem Friedensschluss, sogar von einem Bündnis zwischen den radikalen Parteien auf, wie eine Fata Morgana sogleich wieder verschwindend. Das kurze Zweckbündnis der Parteiführer und die überraschende Einigkeit ihrer Anhänger verschwand schnell aus der Erinnerung und wurde erst 1939 wieder, auf internationaler Ebene, Wirklichkeit: im Hitler-Stalin-Pakt.
Verbotene Trauer
Verbotene Trauer
© 2002 by Universitas Verlag, ISBN 3-8004-1423-6
Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges muss es ohne Verletzung der political correctness und ohne sich dem Vorwurf der Aufrechnung auszusetzen endlich möglich sein, auch der deutschen Opfer zu gedenken, die das Hitler-Regime und seine äußeren Feinde dem eigenen Volk abforderten. Die Zeichen dafür stehen gut, dass das Ende der geteilten Trauer gekommen ist.
Riesen und Wurzelzwerge
Riesen und Wurzelzwerge
© 1999 by Universitas Verlag, ISBN 3-8004-1388-4
Deutschland 1999. Die Berliner Republik bezieht ihre Hauptstadt. Die Abgeordneten ziehen in den neuen Reichstag. Aber es ist Krieg. Die Stimmung ist ernst, wird aber von seltener Einmütigkeit getragen. Eine historische Zäsur. Die Nachkriegszeit ist endgültig vorbei. Der deutsche Nationalmasochismus hat ausgespielt. Das Volk der Zerknirschten und Büßer ist in die Reihe der Freien Völker getreten, die einst Hitler besiegt hatte, um den Völkermord in Europa zu beenden. Der seit 1945 den Deutschen eingepflanzte Selbsthass findet keine Anhänger mehr. Deutsche Soldaten, mit Billigung der 68er Richter als Mörder beschimpft, bekämpfen die Mörderbande des serbischen Diktators. Statt wohlfeile Mahnmale gegen den Völkermord zu errichten, haben die Deutschen beschlossen, nunmehr Völkermord in Europa nie wieder zuzulassen.
    Wir reiben uns die Augen. Wie war das noch alles vor wenigen Monaten? Wo ist alles dahin, was uns jahrzehntelang so unabänderlich und ungeheuer wichtig erschien: Die 68er, die lustige Revolution im Überbau und ihre blutige Speerspitze, die RAF? Die bierernste Revolte der linken Oberlehrer, die hedonistische Toskana-Fraktion und die haschischumwölkten Dauerparties der Spaßgeneration? Noch grölen ein paar Ewiggestrige wie Betrunkene nachts im Park, ihren Deutschenhass auf Straßen und Plätzen heraus, skandieren "Deutschland, verrecke!" und "Deutschland muss sterben, damit wir leben können."
Deutscher Narrenspiegel
Deutscher Narrenspiegel
© 1997 by Universitas Verlag, ISBN 3-8004-1338-8
Die gigantischen Vorräte an geistigen und materiellen Reserven, die die einstigen Erbauer des Wirtschaftswunders für ihre Kinder und Kindeskinder angelegt hatten, wurden von den rotgrünen Dilettanten der Weltverbesserung innerhalb weniger Jahrzehnte mit vollen Händen ausgegeben und vertan – nicht ohne Mitschild großer Teile der Union, ja sogar der lahmherzig und bequem gewordenen zweiten Generation der Industriellen und Manager. Das System der sozialen Vollkasko-Selbstbedienung, nur noch durch immer rascher wachsende Schulden aufrecht zu erhalten, wackelt. Die Krise ist unübersehbar und erfasst alle gesellschaftlichen Bereiche.
    Immer vernehmlicher wird der Unwille der Bevölkerung, als Zerfall aller menschlichen Beziehungen, als Gleichgültigkeit, als "Nullbock", als Stammtisch-Gerede oder intellektueller Bocksgesang diffamiert und unterdrückt, verschwiegen oder gar verfälscht. Aber das Volk will nicht mehr dümmlich und dienlich sein. Wie ein schlimmes Gerücht spricht sich in Wohnstuben, Wirtshäusern und an Arbeitsplätzen herum, dass die täglich angebotene öffentlich-rechtliche Meinung immer weniger der der meisten Menschen entspricht, dass diese Leute da oben einfach nur am Ende sin – wirtschaftlich und geistig. Gegen die "Hypochonder" und ihre "Schutzheiligen", die "Narren", die ihr eigenes Versagen und das Scheitern ihrer politischen Utopien hinter immer neuen Aufrufen und "Schreckensmeldungen" verstecken, schreibt der Autor an, um endlich auch der wirklichen öffentlichen und nicht nur der "veröffentlichten Meinung" Gehör zu verschaffen.
    Fazit: Der normale Bürger, der die Probleme unserer Gesellschaft wesentlich realistischer als die Meinungsmacher sieht, verspürt keine Lust mehr, sich weiterhin für dumm verkaufen zu lassen, wie unter anderem die immer geringere Wahlbeteiligung und der riesige Mitgliederverlust der Parteien beweisen.
Deutsches Phrasenlexikon
Deutsches Phrasenlexikon
© 1995 by Ullstein Verlag GmbH; Berlin, ISBN 3-550-070077-2
"Politisch korrekt" zu sprechen – und zu denken! – ist gar nicht so einfach. Dieses Lexikon hilft Ihnen dabei. Es erklärt, welche Worte und Redewendungen Sie auf gar keinen Fall benutzen dürfen – und welche Sie unbedingt benutzen müssen.
    "Zigeuner" – ist streng verboten, selbst das Wort "Zigeunerschnitzel" ist inzwischen verpönt. "Negerküsse" oder "Mohrenköpfe" – das sich schlimme rassistische Ausdrücke. Wer sie verwendet, beweist einmal mehr, dass er die nationalsozialistische Vergangen nicht richtig "bewältigt" und "aufgearbeitet" hat. Vielleicht ist er am Ende sogar ein gefährlicher "Relativierer" oder "Revisionist". Wenn Sie so jemanden treffen, sollten Sie mit Entschiedenheit Ihrer "Betroffenheit" Ausdruck verleihen. Parole: Wehret den Anfängen! Und wer einen scheinbar harmlosen Flirt immer noch nicht als üble Form "sexueller Belästigung" durchschaut hat, der ist ein unverbesserlicher Frauenfeind ...
Linke Lebenslügen
Linke Lebenslügen
© 1994 by Verlag Ullstein GmbH, ISBN 3-548-36634-1
Antiautoritäre Erziehung, "klammheimliche" Sympathie für den linken Terrorismus, radikaler Feminismus, blindwütiger "Antifaschismus", Verharmlosung des Drogenkonsums – lauter Themen, die ihren Ursprung in der APO, der "68er"-Bewegung, haben.
    Klaus Rainer Röhl blickt zurück im Zorn, rechnet ab mit Kommunismus, utopischem Sozialismus, den 68ern und deren linksliberalen Helfershelfern. Bei aller schonungslosen Kritik und Selbstkritik vergisst er dabei nie jenen Witz und ironischen Biss, der diesen pfiffigen Journalisten schon immer ausgezeichnet hat.
    Vom linken Vordenker der 60er die bissig-ironische Abrechnung der 90er.
Nähe zum Gegner
Nähe zum Gegner
© 1994 by Campus Verlag GmbH, Frankfurt/Main, ISBN 3-593-35038-6
Klappentext siehe Die letzten Tage der Republik von Weimar.
Fünf Finger sind keine Faust
Fünf Finger sind keine Faust
© 1974 by Kiepenheuer & Witsch, ISBN 3-8004-1365-5
Dies ist nicht nur die abenteuerliche Lebensgeschichte des ehemaligen "konkret"-Herausgebers Klaus Rainer Röhl und seiner früheren Ehefrau Ulrike Meinhof, die als Mitbegründerin der Terrorgruppe "Rote Armeefraktion" zur Legende wurde, sondern auch eine Chronik der Versuche der DDR-Kommunisten, die Bundesrepublik zu destabilisieren. Als das Buch 1974 erstmals erschien, setzte eine publizistische Treibjagd der Linken gegen den "Verräter" Röhl ein, die bis heute anhält, denn Röhl distanziert sich noch immer von seinen früheren Idealen und hat sich zu einem erbitterten Kritiker aller linken Epigonen entwickelt.
    Röhl hatte das Wahnsystem der "antifaschistischen" Desinformation rechtzeitig erkannt und seine persönlichen Konsequenzen daraus gezogen. Kein leichter Weg für ihn, denn es fehlte in der Folge nicht an publizistischen und sogar körperlichen Angriffen und Attacken. Letzten Endes aber waren auch das nur Bestätigungen dafür, dass er die richtige Richtung eingeschlagen hatte. Heute kann er mit Recht darauf verweisen, dass die 68er Genossen den Weg durch die Institutionen geschafft haben und dabei sind, an die Macht zu gelangen.



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